Nach der ziemlich unangenehmen Nacht im Zelt konnten wir glücklicherweise am nächsten Mittag im Belongil Beachhouse einchecken. Das Belongil Beachhouse ist bis jetzt das schönste und angenehmste Hostel in dem ich geblieben bin.
Es liegt etwa 1 km nördliche von Byron Bay. Der Belongil Beach ist auch sehr angenehm und nicht so überfüllt wie der Main Beach.
In diesem Hostel habe ich unmengen wirklich interessanter und freundlicher Menschen kennengelernt und auch Freundschaften geschlossen.
Ich beginne mal mit Michael aus Holland. Er hat in Brisbane ein Auslandssemester gehabt und hatte danach noch 2 Monate Zeit zum Reisen. In seiner Freizeit hat er hier einen Skydiving-Kurs gemacht. Der Ziel des Kurses ist, dass man ohne Begleitung springen kann. Leider konnte er den Kurs auf Grund von dem schlechten Wetter nicht vor seiner Abreise beenden.
Michael studiert Elektroingenieurswesen und macht einen Master in Business. Das hat dazu geführt, dass er mir interessante Dinge über Firmengründung und Finanzierung etc. erklären konnte.
Nichlos aus Schweden studiert ebenfalls Ingenieurswesen und hat ein Auslandssemester in Tasmanien absolviert. In Tasmanien war er viel Klettern und auch Hiken. Nic ist nachdem Michael gegangen ist mein Hauptgegner in Schach geworden. Kleine Anmerkung: wir haben alle eigentlich nach ein paar Tagen eine ziemliche Schachliebe entwickelt. Anfänglich haben Michael und ich gespielt und danach gab es keinen Tag an dem wir nicht alle gespielt hätten. Scherzhaft schon als „Belongil Chess Club“ bezeichnet.
Auch ein paar Runden Poker waren ganz angenehm –besonders weil ich nie verloren habe (und wir immer um ein paar Dollar gespielt haben.
James ist aus England und bereits etwas älter (denke Ende 20er). Er ist Buchhalter in einer großen Firma und hat auch viel mit Personalmanagemt zu tun. Er ist total hilfsbereit und hat sich meinen Lebenslauf und Covering Letter angeschaut und sogar überarbeitet. Beim Strandfußball hat er mir geholfen die Holländer zu besiegen!
Für mich hat sich die Küche bzw. das Kochen zum sozialen „Event“ entwickelt. Fast jeden Tag habe ich mit jemanden oder mehreren zusammen gekocht und ein paar mal auch gegrillt. So habe ich besonders in den letzten Tagen einige ziemlich internationale Küchen kennengelernt. Beispielsweise holländische Pfannkuchen und schwedische Bratpfannen etc.
In unseren Raum sind zwei Japaner: Joshi und Naoji. Naoji ist für mich schon ein Synonyme für Drogen geworden. Er ist fast immer zugekifft und verkauft auch gelegentlich Gras. Besonders amüsant ist, dass seine gesamte Drogenkarriere nur 3 Monate alt ist, denn in Japan stehen auf Cannabiskonsum und besonders Verkauf strenge Strafen. Auch Joshi ist ein ziemlicher Kiffer.
Joshi kommt aus Tokyo. Von Tokyo hat er auch ein bisschen erzählt. Man bedenke Toyko hat mit Vororten ca. 27 Mio Einwohner!
Jean aus Brasilien hat einen Großteil seines Lebens in Deutschland verbracht. Er hat an der medizinischen Hochschule in Hannover studiert und ist jetzt in Australien um Englisch zu lernen und sucht auch nach einer Yogaschule.
Jean ist ein ziemlich interessanter Typ. Er ist in seinen jüngeren Jahren (ich schätze ihn auf etwa 35) sehr viel gereist. Mit dem Fahrrad ist er beispielsweise durch ganz Südamerika gereist.
In den letzten Tagen drei Tagen habe ich noch Laura aus Holland (Amsterdam) sehr gut kennengelernt. Sie scheint recht introvertiert aber ist trotzdem ein sehr aufgeschlossener und interessanter Mensch. Wir haben einige Sachen zusammen unternommen und hatten eine ziemlich angenehme Zeit zusammen.
Meine vorigen Reisegefährten aus Deutschland sind übrigens beide nicht mehr hier.
Marwin ist nach Melbourne gefahren zu seinen Verwandten. Ich wollte jedoch noch nicht nach Melbourne gehen. Und Gianna ist ein paar Tage später auch zu Verwandten gegangen. Folglich bin ich endlich mal frei!